Kaum ein anderes Thema erfuhr in den letzten Monaten anlässlich des 20.Jahrestages des Mauernfalls eine intensivere Auseinandersetzung als die folgenreichen Ereignisse rund um das Jahr 1989. Vor allem Berlin ist als einst geteilte Stadt der Inbegriff einer Rhetorik, die von Wende bis Trabi reicht. Wer sich Last Minute noch entscheidet, die letzten Tage des Gedenkjahres in Berlin ausklingen zu lassen, kommt gerade jetzt um die Spuren der Vergangenheit nicht herum.
Auf den Pfaden der geschichtsträchtigen Bundeshauptstadt zu wandeln, ist daher ein absolutes Muss, nicht nur für uns Europäer. Wer nicht sattelfest in Sachen Geschichte ist, tut wohl gut daran, sich zuerst auf dem Flug nach Berlin noch etwas in Lektüre zu vertiefen, bevor er oder sie beginnt, sich in die Stadt zu vertiefen.
Um die Überreste der Berliner Mauer zu erkunden, die seit 1961 eine physische, aber noch vielmehr eine psychische Trennung der Stadt nach sich zog, begibt man sich am besten in die Mühlenstraße zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke, wo sich noch die größten erhaltenen Teile befinden. Entlang der Spree kann man die so genannte „East Side Gallery“, die längste dauerhafte Open-Air-Galerie der Welt bewundern, wo sich unzählige Graffitis präsentieren, unter anderem auch das berühmte Bild vom Trabi, der gerade durch die Mauer bricht.
Wer aber nicht nur schaulustig durch die Stadt wandelt, sondern die Zeit auch nutzt, um sich zugleich Hintergrundwissen vor Ort anzueignen, ist im Mauermuseum am Checkpoint Charlie, einem der bekanntesten Grenzübergänge, gut aufgehoben. Weitere wichtige Eckpunkte sind die Geschichtsmeile Berliner Mauer, das Gedenkstättenensemble Bernauer Straße oder auch der Mauerpark, der zwischendurch zum Verweilen einlädt.
Gravierende Unterschiede zwischen Ost und West bestehen aber auch heute noch: Die Ampelmännchen etwa verhalten sich je nach geografischer Lage ganz anders!

