1 Tag – 3 Hauptstädte
Frühstück in Budapest, Mittagessen in Bratislava, Abendessen in Prag – Für reisewütige Pauschaltouristen aus dem fernen Ausland keine Seltenheit an einem Tag drei verschiedene europäische Hauptstädte zu besuchen, aber dass ich auch mal in den Genuss dieser spontanen Idee kommen würde. Tja wenn Geld beim Reisen keine Rolle spielt …
Aber tatsächlich kein leichtes Unterfangen die östlichen Nachbarländer Österreichs möglichst zeitsparend in eine vernünftige Reihenfolge zu bringen, vor allem wenn man keinen Reisebus hat, der einem von Tür zu Tür bringt.
Nach einem sonntäglichen Sightseeing in Wien erwartete uns Montag früh bereits Teil 2 der Donaumonarchie: das schöne Budapest – so zusagen ein kleines Heimspiel für mich, zumindest sprachlich. Die wesentlichen Dinge hat man schnell zu Fuß abgehakt: die Einkaufsstraße mit Fußgängerzone, die Kettenbrücke, den Gellért Berg mit der Burganlage, der Matthiaskirche und der Fischerbastei sowie das Parlament. Wenn man vor lauter Nebel auch noch was gesehen hätte … aber zumindest das Gulasch, der Krautsalat und Lederjacken -90% sprachen für sich.
Dienstag früh erwartete uns ein strahlend blauer Himmel als auch ein spontaner Streik der ungarischen Eisenbahner. „What´s plan B?“ so unser thailändischer Freund. Gute Frage, dachten wir uns. Des einen Leid, des anderen Freud! Unser neuer Freund, Laci der Taxifahrer, brachte uns 2 Stunden später und 200 Euro leichter in die slowakische Hauptstadt, wo der Zug schon längst hätte ankommen sollen. Als Taxi inkognito und mit 5 km/h über die korrupteste und sensibelste Grenze weit und breit, bescherten unserem Gast verwegenes Abenteuerfeeling.
Das kleine Bratislava als nächste Stadt im Bunde unserer historischen Serie begeisterte mit seiner pittoresquen Altstadt sowie sehr leckeren Pfannen- und Suppengerichten.
Weniger pittoresque fanden wir hingegen das bescheidene Flugzeug, das uns am Abend nach Prag bringen sollte. Beruhigendes Propellerbrummen und ein entspannter Fluggast vor mir, der mit der Stewardess anregende Diskussionen über die heißen Innenwände der Maschine führte, trugen sehr zu einer angenehmen Flugreise bei. Aber mit Buddhas Worten in den Händen konnte ja nichts schiefgehen.
Das große Finale in der goldenen Stadt Prag! Feines Essen und tschechisches Bier vollendeten schließlich unsere 3-Städtetournee. Nachts beeindruckt die Stadt sofort auf den ersten Blick mit ihren Plätzen, Gassen und historischen Gebäude: die Stadt ist wohl wahrlich eine der schönsten Städte Europas. Das wissen auch die Touris, die nicht mit Ihrer Anwesenheit sparen. Heizpilze sorgen für mediterranes Urlaubsfair damit man wie in Rom in den Straßencafés und Restaurants das freie Lebensgefühl genießen kann, denn schließlich ist der Temperaturunterschied nur subjektiv …
Mittwoch früh erwartete uns Prag in 3 Stunden: ein kleiner Spaziergang durch die Altstadt und über die Karlsbrücke auf die andere Seite der Moldau, wo die Prager Burg sich erhebt, passt gerade noch ins Programm. Denn was machen mit Europareisenden, deren Fazit lautet: „Oh they must have a common history, all look so similar?!“ Nach dem unzähligsten Versuch mehr über Österreichs monarchische Glanzzeiten zu vermitteln.
Nachdem unser asiatische Freund sich mittags schon für Köln rüstete, machte sich unser Zug nach dieser kleinen Spritztour wieder auf den Weg nach Wien an die schönen blauen Donau …

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