Paradiesisch maledivisch

Zum Jahreswechsel habe ich diesmal einen wahrlich traumhaften Urlaub in den Atollen der Inselgruppe der Malediven verbracht und den Tramperrucksack gegen ein Safariboot getauscht.
Beim Aussteigen aus dem Flugzeug begrüßen uns die ersehnten warmen Temperaturen und gleichzeitig auch die hohe Luftfeuchtigkeit, die alle Kleider auf der Haut kleben lässt. Da freut man sich über jede Brise, die weht. Wir werden mit dem Dhoni (maledivisches Boot) sofort auf die Nautilus One transferiert und beziehen die netten Kabinen, die alle über eigenes WC und Bad verfügen. Das Schiff bietet genug Platz mit den Sitzecken drinnen, noch eine draußen, den Kabinen unten und dem Sonnendeck mit Sonnensegel ganz oben. Der Urlaub kann beginnen! Die erste Woche spielte das Wetter zwar gar nicht mit, da keine Spur von Sonne, dafür um so mehr von Regen war (Ist das Weltwettergeschehen nicht echt irgendwie durcheinander? Bei uns schreibt man im Moment auch schon fast Frühling…), aber in der zweiten Woche wurden wir doch noch für alles entschädigt.
Die Reise begann im Süd Male Atoll, das im südöstlichen Zentrum der Inselgruppe liegt, die sich südwestlich von Indien über einige Breitengrade erstreckt und fast 2000 Inseln umfasst. Da das „Land“ aus so vielen kleinen Inseln besteht, werden die Entfernungen leicht unterschätzt und man kann tatsächlich in einer 2wöchigen Rundfahrt nur einen Bruchteil der Atolle abdecken. Wasserflugzeuge, „Maldivian Air Taxis“, erleichtern die Überwindung von Entfernungen. Immer wieder ein Spektakel so ein Ding landen zu sehen.
Weiter ging es an die Ostseite des benachbarten Ari Atolls (Alifu Atoll), sowie einige Tage später an die Westseite bevor wir noch ins Felidhe Atoll (Vaavu Atoll), südlich von Male, fuhren und schließlich noch südlicher kurz das Meemu Atoll (Mulaku Atoll) streiften. Den Wellengang empfand ich stets als sehr angenehm und besinnlich, vor allem das Einschlafen fiel dabei so babyleicht. Außer bei Kanalquerungen zwischen den Atollen wurde es etwas heftiger, sodass man auf dem Sonnendeck in Gefangenschaft geraten konnte, weil man sich nicht mehr runtertraute.
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Der Tagesablauf bestand aus drei Tauchgängen pro Tag, der erste bereits um 7 in der Früh noch vor dem Frühstück, der nächste kurz vor Mittag und der letzte am Nachmittag um drei herum. Also von Langeweile konnte keine Rede sein, eher von Freizeitstress ![]()
Die erste Woche bestand hauptsächlich aus Tauchgängen bei Thilas, punktuellen Korallenriffen wenige Meter unter der Oberfläche, so z.B. Maaya Thila, Maalhos Thila mit den „Blue Caves“, Fish Head, Dhegu Thila, nur um einige zu nennen. Die zweite Woche war eher die rasantere und anspruchsvollere mit Kanal- und Strömungstauchgängen, vielen Haien, Mantas und als Finale am letzten Tag noch einem Walhai beim Tauchen, was an sich sehr selten ist, habe ich mir sagen lassen.
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Was mache ich also als Nichttaucher bei so einem Programm? In erster Linie meine Todesangst vor dem Tauchen und der Unterwasserwelt verlieren und mir einen Gusto auf einen Tauchkurs holen! Auch ich konnte mich nicht über mangelnde Freizeitgestaltung beklagen, denn es bestand oft die Möglichkeit Schnorcheln zu gehen, was ich gern und oft genutzt habe. Das eine oder andere Mal bestand auch die Möglichkeit auf Landgang, was äußerst spannend ist, wenn man sonst so gar keinen Kontakt zu den Einheimischen hat außer vielleicht mit den Leuten von der Schiffscrew.
Die Touristeninsel Ellaidhoo im Nord Ari Atoll verfügt über ein schönes Hausriff, das sich gut zum Schnorcheln eignet, aber die Wellenbrecher aus Beton sind ein kleiner Dorn im Auge. Auf Touristeninseln dürfen die Gäste von Safaribooten nicht ohne weiters an Land gehen, sondern müssen vorher um Genehmigung ansuchen um die eigene Infrastruktur der Insel zu schützen. Ebenfalls toll zum Schnorcheln war das Hausriff der Insel Eboodhoo, das nur aus einem Touristenressort besteht und wo auch ich meine ersten Erfolge feiern konnte, da ich das Vergnügen mit Babyhai, Muräne, Barracuda, Adlerrochen und unzähligen vbFs (viele bunten Fische) hatte.
Die einheimische Insel Maalhos konnten wir ohne weiteres betreten, viel gibt es dort nicht, aber Hauptsache eine Telefonzelle und ein Generatorhaus. Die Bucht ist mit bunten Fischerbooten durchsetzt, die einen tollen Kontrast zu diesem unglaublich türkisen Wasser abgeben, und noch dazu die dunkle Haut der spielenden Kinder, für die der Ozean ein einziger Spielplatz ist. Da könnte ich stundenlang zuschauen! Da es sich um eine islamische Bevölkerung handelt, tragen die Frauen lange Kleidung und Kopftuch, für uns unvorstellbar bei diesen Temperaturen, die noch deutlich höher sind als auf dem Schiff. Auch beim Schwimmen darf nichts abgenommen werden und man sieht Mädchen in voller Montur im Wasser sitzen. Die Leute betrachten uns alle sehr interessiert und manche reden auch in ihrer Sprache Dhivehi, einer Mischsprache aus verschiedenen asiatischen Sprachen mit afrikanischen und arabischen Einflüssen, mit uns und winken uns zu. Ansonsten gleicht die Insel eher einer Baustelle und die Verschmutzung ist mit einer Touristeninsel auch nicht zu vergleichen.
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Dann gibt es noch einheimische Inseln mit touristischer Funktion, wie z.B. die Insel Dhigurah, wo nur Einheimische wohnen, es aber touristische Infrastruktur in Form von Souvenirgeschäften und „Kaffeehäusern“ (spelunkenartig mit Plastiksesseln, aber dafür mit maledivischen Köstlichkeiten zum Tee, i steh drauf!) in kleinem Rahmen gibt. Die Preise haben mich allerdings absolut schockiert! Ich konnte es kaum glauben was die Souvenirs kosten. Die geldigen Touristen verderben einem wirklich die Preise, aber zumindest sind die Malediver gut zum Feilschen aufgelegt, mindestens um 50% und dann ist es eigentlich noch immer viel. Schöne Mitbringsel sind diverse Holzschnitzereien, Schalen, Schüsseln, Vasen aus Mangobaum (wer es glaubt wird selig und ich bin Hans Hass), Schmuck und Kurioses aus Kokos und bunte Fische für die Pinnwand. Leider falle ich immer wieder auf dieses Zeug herein!
Viele Inseln sind unbewohnt, weil auch oft zu klein und man kann sich mit viel Glück und Geld eine erwerben, der zusätzliche monatliche „Mietpreis“ wird dabei von der Anzahl bzw. vom Ertrag der Palmen auf der Insel berechnet. Wer hätte nicht gern ein kleines Ferienhaus im Paradies?
Als nächstes muss ich ein großes Lob an die Schiffscrew aussprechen, die rund um die Uhr bemüht war uns einen tollen Aufenthalt zu bereiten. Die Küche war ausgezeichnet, exotisch angehaucht, aber mit touristenfreundlich abgeschwächter Schärfe. Dafür gab es am vorletzten Abend beim Captain´s Diner die maledivische Version, die uns zum Schwitzen brachte. Eine schöne Abwechslung war auch das Barbecue, das wir am Abend auf einer Insel nur mit Fackeln ausgeleuchtet, genießen durften. Maledivischer Kreativität darf man keine Grenzen setzten: beim Barbecue diente ein riesiger Walhai als Tisch, zu Silvester schmückten Palmwedeln, Luftballons und Lichterketten das ganze Schiff und zu Weihnachten konnten wir uns vor Girlanden, die das Schiff schon fast wie ein Freudenhaus aussehen ließen, kaum retten!
Vor dem Abflug am Abend konnten wir noch einmal den ganzen Tag im Flughafenhotel mit Pool und hervorragendem Buffet richtig ausspannen. Und auch die Möglichkeit in die Hauptstadt Male zu fahren, war gegeben. Nach dieser Ruhe, nur vom Plätschern der Wellen unterbrochen, ein kleiner Kulturschock. Zu sehen gibt es die Moschee, deren Kuppe alles überragt und die außerhalb der Gebetszeiten auch für Touristen zugänglich ist und der Markt am Hafen, einerseits Fischmarkt und Obst- und Gemüsemarkt. Hauptprodukte sind alles von der Kokospalme, Bananen und natürlich Fisch, immerhin haben die Malediven den größten pro Kopf Verbrauch weltweit!
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Der Besuch auf den Malediven war mehr als gelungen und ich werde wohl noch eine zeitlang im Farbenspiel von weißem Sandstrand und türkisblauem Meer schwelgen. Der Jahreswechsel wird mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben: wann feiert man schon Silvester im weiten Ozean ohne ein einziges Licht am Horizont unter Sternenhimmel?
hey! super bilder! ich hoff, da kommen noch mehr! auch von silvester!
chrisi
juhuuuu, ich bin nächste Woche auf der Nautilus One!!!
Toller Beitrag über die Malediven! Informativ und wirklich schön gemacht mit den Bildern.
Das ist ja schon fast ein halber Reiseführer. Wenn nur jeder Blog so aufwändig gemacht wäre.
Schöner Reisebericht! Kann eigentlich nur bestätigen: Die Malediven gehören zu den schönsten Reisezielen die ich kenne.
Gratulation und vielen Dank für die schönen Impressionen! Die Malediven stehen auch auf meiner “To-Do-List” ganz oben – spätestens nach Eurem Beitrag haben sie sogar die Seychellen überholt
tolle bilder, toller Bericht – macht mir sehr viel Lust auf die Malediven !
Danke
Sunee