Vom trockenen Outback geht es per Flugzeug weiter nach Queensland, in den tropischen Norden Australiens mit feuchtwarmer Brise und neuem Gefährt unter den Füßen: unser roter Wicked Van Charlie wird uns die nächsten 5 Wochen von Cairns bis Sydney begleiten. Und vor allem auch das schlechte Wetter, tagelang dicke Gewitterwolken und strömender Regen, Wirbelsturm Larry hatte vor kurzem seine Spuren hinterlassen.

Cairns wird vor allem für seine traumhafte Küste, wo Regenwald und azurblaues Wasser aufeinander treffen, angepriesen. Das Ganze betrachtet man am besten über die Skyrail, eine Schwebebahn über dem Regenwald, aber bei diesem Wetter waren es uns die 50 Dollar nicht wert. Das überschaubare Stadtzentrum bietet genügend hippe Geschäfte, Souvenirläden, nette Restaurants und Cafés, ideal bei Schlechtwetter! Das Hostel war ein Traum: Salzwasserpool, Whirlpool, Sonnensegel und BBQ, Genuss pur, aber vorerst das letzte Mal, da Charlie in nächster Zeit als unser fahrendes Dach über dem Kopf diente.

Straße gesperrt entwurzelter Baum Bananenplantage überflutete Straße

In der Hoffnung auf besseres Wetter flüchteten wir Richtung Süden, aber zunächst noch ziemlich vergeblich. Auf dem Weg nach Mission Beach wurde uns das Ausmaß der Verwüstung erst richtig bewusst: riesige Bäume entwurzelt, unzählige Felder zerstört, vor allem die ganzen Bananenplantagen, wirklich ein Jammer. Das abgelegene Ferienparadies Mission Beach zeigte sich nicht von seiner besten Seite, es glich eher einem verwahrlosten Kaff und sein 14 km langer Sandstrand lud nicht unbedingt zum Baden ein.

Auf dem Weg nach Townsville, der zweitgrößten Stadt in Queensland gibt es zwar einige Naturschönheiten wie diverse Wasserfälle zu bewundern, aber viele Straßen waren leider wegen Hochwasser gesperrt. Weder Wetter noch Stimmung wurden besser, obwohl wir schon unzählige Kilometer hinter uns hatten. In Townsville passiert nicht wirklich was und noch dazu blieben wir mit Charlie kurzfristig auf der Strecke wegen Verlust von Kühlflüssigkeit, so dass wir in die Werkstatt mussten.

Charlies Interieur Town of 1770 Abschleppdienst

Agnes Water Agnes Water Agnes Water

Zu den Hauptattraktionen der Ostküste zählen die Whitsundays und die Sandinsel Fraser Island, wo man sich am besten einer Tour anschließt. Ausgangspunkt fürs Segeln auf den Whitsundays ist Airlie Beach, Fraser Island erreicht man von Hervey Bay aus. Dazwischen liegen noch ein paar malerische Küstenstädtchen, wie zum Beispiel Mackay oder Yeppoon an der Capricorn Coast mit einem wunderschönen ewig langem Strand. Einige Kilometer weiter passieren wir Rockhampton und müssen wieder mal einen Tag der Werkstatt opfern, da der liebe Charlie nicht ganz dicht ist (vertraue nie einem Wicked Van!!!). Lohnende Abstecher sind noch Town of 1770, wo James Cook im selben Jahr die Küste erreichte und Agnes Water, wo einsame Sandstrände und idyllische Ruhe nur von ein paar Surfern unterbrochen werden. Baden ist nicht so empfehlenswert zu dieser Jahreszeit, da im nördlichen Bereich der Ostküste gerade die Quallen Saison haben. Südlich von Hervey Bay auf dem Weg nach Brisbane sind noch Rainbow Beach und Tin Can Bay zu nennen, in letzterer Ortschaft kann man mit dem Boot auf geführte Delfinschau gehen!

Rainbow Beach Charlie Mackay

Bis auf die ekelhafte Feuchtigkeit ist das Kampieren mit dem Auto eigentlich sehr angenehm, man kann sich einfach jederzeit Zeit irgendwo niederlassen, allerdings muss man bei den gewählten Spots aufpassen: je touristischer eine Ortschaft, desto schlechter zum Stehenbleiben, da man auf den öffentliche Parkplätzen eigentlich nicht im Auto übernachten darf und regelmäßig aufgeweckt wird. Zwar kassieren sie auch Strafen, aber meistens gibt es nur eine Verwarnung, also entweder geht man auf den Campingplatz oder hält Ausschau nach versteckten Nischen!

Rainbow Beach Yeppoon

 
 

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