Das geothermale Gebiet von Rotorua ist bekannt für seine heißen Quellen und Geysire und ist gleichzeitig auch das Zentrum der Maorikultur in Neuseeland. Wenn man sich der Stadt nähert, glaubt man zunächst wegen den Rauchwolken, dass es überall brennt bis einem der penetrante Schwefelgeruch in die Nase steigt und man es überall nur blubbern sieht. Wenn man so ein aktives Gebiet noch nie gesehen hat, kommt man aus dem Staunen gar nicht raus, so empfand ich es zumindest und konnte meine Kamera gar nicht mehr im Zaum halten. Erneut im YHA (YHA Kiwi Paka), das sogar mit einem 40° heißen Thermalpool ausgestattet ist, gings uns richtig gut!
Immer der Nase und den Wolken nach kann man die geothermale Aktivität der Stadt entdecken. Am Ufer des Lake Rotorua stehen ein Maori Versammlungshaus und einige typische Schnitzereien. Daneben eine kleine Werkstatt, wo Handkunstwerk verkauft wird.
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Von hier aus werden Touren einerseits zu den Geysiren der Umgebung angeboten, aber auch die Vermarktung der Maori-Kultur ist hier Hauptsache, Vorstellungen mit Tanz und Gesang und das typische Gericht Hangi, bei dem das vorbereitete Essen einfach in den Boden eingegraben oder in eine heiße Quelle gehängt wird um gar zu werden. Ein Kompromiss zwischen beiden Aktivitäten ist ein Besuch im Kulturzentrum Te Puia. Man kann sich die Anlage selber ansehen oder auch bei einer Führung mitgehen, die einem wirklich sehr interessante Aspekte der Lebensweise der Maori näher bringt. Zu Mittag gibt es ein Konzert mit polynesischen Gesängen und Tänzen. Auch der Haka, ein Kriegstanz bevor man dem Feind begegnet, wird gezeigt. Inzwischen wurde er vom Rugby spielenden All Blacks Nationalteam übernommen, die ihn vor jedem wichtigen Spiel tanzen. Typisch sind auch das Augenrollen und das Zunge herausstrecken um den Feind einzuschüchtern. Und Tättowierungen, auch im Gesicht tragen sie die typischen Ornamente, Frauen wie Männer, aber heutzutage wird man das kaum mehr sehen. Als Begrüßung ist es üblich kurz Stirn an Stirn und Nase an Nase dem gegenüber näher zu kommen, was so viel bedeutet, dass man mit dem anderen seine Atem teilt und ihn respektiert.
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Das Arts & Crafts Institute gibt Einblick in das kreative Schaffen, die Schüler lernen das Handwerk der typischen Maori-Schnitzereien, dabei sind nur jene zugelassen, die zumindest teilweise Maori als Vorfahren haben um ihr traditionelles Kulturgut zu bewahren. Gearbeitet werden Holzfiguren, große Pfähle mit Gesichtern und Ornamenten und auch sehr viel Jade (Pounamu), Tierknochen und Perlmutt, aus denen Anhänger in allen möglichen Variationen entstehen. Die Formen haben eine bestimmte Bedeutung, so steht zum Beispiel der Angelhaken nach oben für Sicherheit und Glück auf Reisen über Land und Meer. Damit sie tatsächlich Glück bringen, kann der Anhänger nur geschenkt werden.
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Später wurde uns die Herstellung der Tanzröcke aus neuseeländischem Flachs demonstriert. Die Blätter werden angeschnitten, die Fäden herausgenommen, zusammengedreht, in Teebaumöl gebadet und fertig ist das Röckchen!
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Im Rundgang sehen wir den Pohutu Geysir, der bis zu 30m hoch spuckt und noch einige kleinere, außerdem noch Schlammbecken und viel rauchende Felsen. Das ganze nennt sich Whakarewarewa Geothermal Valley (das ist noch der abgekürzte Name, man braucht gar nicht erst zu probieren diese Wörter auszusprechen!). Im Kiwi Conservation Centre kann man sich die für Neuseeland typischen Kiwi Vögel anschaun, die es nur hier gibt und die sonst so selten zu sehen sind, da es sich um nachtaktive Tiere handelt.
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Ein gutes Beispiel für nachhaltigen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen ist das im Te Puia angeschlossene Maori-Dorf, das zwar durchaus modern ist, aber vollkommen ohne Elektrizität lebt und sich ausschließlich auf die leicht nutzbare Erdwärme verlässt!
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Die Benachteiligung der Maoris in Neuseeland ist hier kaum ausgeprägt, ganz im Gegenteil sogar: den Maoris werden viele Rechte und Privilegien zugestanden und im Gegensatz zu den Aborigines in Australien sind sie durchaus präsent im öffentlichen Leben und sind auch in höheren beruflichen Positionen zu finden. Das Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen scheint hier viel weniger problematisch zu funktionieren als in manch anderen Ländern. Aber “reine” Maoris gibt es anscheinend noch kaum welche, da sich die Bevölkerung zum Großteil schon so vermischt hat.
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