Die Südinsel
Die Fähre kommt in Picton an und es geht sofort weiter nach Nelson und anschließend nach Punakaiki ins YHA Te Nikau Retreat, das genau mitten im Nirgendwo steht und es rundherum wirklich nichts gibt außer kilometerweite Küste und Regenwald. Man wohnt in kleinen Bungalows mit Kamin, alle mit Küche und Bad, und es gibt selbstgebackenes Brot und hausgemachte Muffins.
Auf der ganzen Fahrt habe ich nur diesen wundervollen Küstenabschnitt mit schroffen Felsen, üppiger Vegetation und die aufschäumenden Wellen beobachtet, die allesamt einem das Gefühl geben in diesem Moment am schönsten Ort auf der ganzen Welt zu sein. Ein Spaziergang am Truman Track zum Strand bestätigt dieses Gefühl noch mehr und ich glaube jeden Winkel dieses Strandes fotografiert zu haben! Das schäumende Meer, Wellen, die fast in Zeitlupe heranrollen, die Gischt über den Felsen, Wassertropfen, die strahlenförmig von Pflanzen fließen und das Sonnenlicht brechen. Dazu das Geräusch der schwappenden Wellen, die sich wie ein kontinuierlicher tiefer Bass anhorchen. Die Hauptattraktion sind die Pancake Rocks, die so benannt sind durch ihre Schichtung, die sie aussehen lässt wie übereinander gestapelte Palatschinken, eine beeindruckende Szenerie. Punakaiki ist mein eindeutiger Favorit der ganzen Reise!
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Von dort geht es per Anhalter nach Greymouth, in die größte Stadt der Westküste (15 000 Einwohner!!!) um noch einige Besorgungen (Haube und Handschuhe bevor es richtig kalt wird) zu machen, da es auf dieser Strecke sonst nicht mehr viel Möglichkeit gibt. Der freundliche Mensch, der uns mitgenommen hat, fährt mal kurz 100 km von zu Hause um in seine Bank zu kommen und hat “nur” 40 km zur nächsten Tankstelle. Kann sich das einer bei uns vorstellen? Kein Wunder, dass die Kiwis so entspannt sind…
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Nächste Station sind die Southern Alps, wo wir für zwei Tage in Fox Glacier, am Fuße des gleichnamigen Gletschers halt machen. Daneben gibt es noch den Franz Josef Glacier, aber im Prinzip macht es kaum Unterschied ob man sich das eine oder andere ansieht. Wandertouren über das Eisfeld des Gletschers werden angeboten, aber die gemütliche Variante, ein Spaziergang zur Gletscherzunge ist für uns auch völlig ausreichend. Das Landschaftsbild ist unserem hier sehr ähnlich. Ich finde unsere Berge sogar noch beeindruckender, aber umso faszinierender in Neuseeland ist die Küstennähe der Gletscher, die im Gegensatz zu unseren nicht am Schrumpfen, sondern am Wachsen sind! Ein klassisches Fotomotiv dieser Gegend ist der Lake Matheson, in dem sich Mt.Cook und Mt.Tasman, die höchsten Gipfel, durch die ruhige Wasseroberfläche fast perfekt spiegelt.
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Auf der Fahrt nach Queenstown gab es landschaftlich wieder einiges zum Staunen. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass fast alles ausgebucht war, aber ein Platzerl findet sich immer. Queenstown ist so quasi das neuseeländische Sölden, also Wintersport und Aprés Ski an der Tagesordnung. Ein halber Tag Skifahren sollte für uns schneeverwöhnte Österreicher schon reichen, da es auch noch nicht so viel geschneit hat. Mit geborgten Schiern und unserem halben Rucksack am Körper ging es auf die angezuckerten Spitzen. Naja, mit lediglich 3 verschiedenen, kleinen Abfahrten war es nicht unbedingt ein Aha-Erlebnis, aber dafür geht es hier um einiges zivilisierter zu beim Liftanstellen, nicht wie bei uns wo es ab und zu um Leben und Tod geht!
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Mit Zwischenstopps in Christchurch und Hanmer Springs, wo es eine tolle Thermenanlage gibt (so ziemlich die einzige auf der Südinsel), sind wir wieder zurück nach Picton um die Fähre nach Wellington zu nehmen.
Wenn man genügend Zeit hat, sollte man unbedingt noch weiter in den Süden fahren um sich die Fjorde von Milford Sound und Doubtful Sound anzusehen. Dunedin, ganz im Südosten gelegen, hat den Ruf als gemütliche Studentenstadt und in Kaikoura, weiter nördlich an der Ostküste, kann man auf Wal- und Delfinschau gehen!
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