Wo bleibt da noch was vom ursprünglichen Lateinamerika, frage ich mich in Santiago de Chile. Meine Erinnerungen an diese Stadt sind nur mehr wage und nicht so wirklich der Rede wert. Der Aufenthalt war sehr kurz und wir haben wieder schnell das Weite gesucht.


Bei der Ankunft am Flughafen sich am besten sofort in eine selbst gewählte Unterkunft aus dem Reiseführer oder Sonstigem bringen lassen, denn der Informationsschalter war mehr als bedürftig. Nachdem ungefähr 5 Personen bemüht waren uns eine Bleibe zu vermitteln und wir dann in einer recht dubiosen privaten Pension oder so in der Art standen, wo unsere Gastgeberin nach der Bezahlung nie wieder gesehen war, sind wir doch lieber ins Hostel umgezogen. Im Casa Roja findet man kompetentes Personal und integriertes Reisebüro, wo wir auch unsere mehrtägige Tour in den Norden Chiles und in die Wüste der Atacama gebucht haben.

Sonnenbad der Seelöwen Pelikane im Nationalpark Vögel Wo ist der Pinguin?

Mit „Pachamama by Bus“, einem komfortablen Busservice, der einem von Tür zu Tür bringt und bei den wichtigsten Attraktionen hält, starten wir unsere Reise in La Serena und fahren in den Nationalpark der Humboldt Pinguine (Reserva Nacional Pinguino de Humboldt) bei der Isla Damas. Mit dem Boot fahren wir ganz nah an die Inseln und Felsen heran und können Massen von Seelöwen beobachten, die sich genüsslich in der Sonne aalen und vor allem stinken! Auch der ein oder andere Pinguin lässt sich in der Ferne blicken und eine Vielzahl von verschiedenen Vogelarten, spektakulär zum Beispiel die Pelikane. Die Nacht verbringen wir in Bahía Inglesa auf einem Campingplatz, wo es die Möglichkeit gibt sich in Kabinen einzumieten oder ein Zelt aufzustellen.

Seelöwe Vogel Seelöwen

Am nächsten Tag geht es in die Ortschaft Caldera, die für ihr phänomenales Empanadalokal „Empanapolis“ bekannt ist, wo es über 30 verschiedene Empanadas (gefüllte, frittierte Teigtaschen, am besten warm serviert) gibt. Das war auch schon so ziemlich der Höhepunkt von Caldera.

Isla Damas Raststation Aguas Verdes Campingplatz in Bahía Inglesa

Am dritten Tag führt uns eine laaange Fahrt nach Antofagasta, schon relativ weit im Norden gelegen. Ein sehr interessanter Tag mit Zwischenstopps bei einem verwahrlosten Friedhof mitten in der Wüste, einem verlassenen Bahnhof mit alten Lokomotiven und der steinernen Wüstenhand. Zur Zeit der Weltkriege war diese Gegend durchaus belebter, da man fleißig Bodenschätze für die Herstellung von Schießpulver abgebaut hat, als aber keine Nachfrage mehr bestand, vereinsamte die Gegend wieder. In Antofagaste schaffen wir es gerade noch zum Sonnenuntergang bei den Klippen und lassen den Abend mit dem Nationalgetränk Pisco ausklingen, der uns noch eine zeitlang begleiten wird, da ihn sowohl Chile als auch Peru für sich beanspruchen. Wo er jetzt wirklich hingehört, konnten wir bis zum Schluss nicht klären, alles nur Ansichtsache…

Wüstenhand Wüstenhand

Letzte Station bevor wir uns von der Gruppe trennen, ist San Pedro de Atacama, ein ziemlich bekanntestes und touristisch sehr frequentiertes Örtchen. Abschließend schauen wir noch im sympathischen Iquique (Unterkunft: Casa de Huespedes Profesores, nicht recht schöne Zimmer, aber sehr freundlich und familiär!) vorbei, wo man Surfen und Paragleiten kann und es eine riesige Duty Free Shopping Mall in den Suburbs gibt, bevor wir in Arica über die chilenisch-peruanische Grenze fahren.

verlassener Friedhof verlassener Bahnhof

Die Fahrten waren alle sehr lang und die Landschaft noch weniger abwechslungsreich, ausgestorbener und eintöniger als das australische Outback, so kam es mir zumindest vor. Die kahlen Gebirgsketten, vereinzelte Kakteen im Sand- und Steinmeer von Nebelschwaden umhüllt, lassen bei den Fahrzeiten viel Platz zum Träumen und Denken, wenn einem nicht gerade das Herz blutet beim Anblick der Müllhalden, die sich überall tummeln.

Klippen in Antofagasta Sonnenuntergang in Antofagasta Klippen in Antofagasta

 
 

One Response to “Chile: von Santiago nach Arica”  

  1. 1 chile-urlauber

    Interessanter Bericht, allerdings kann ich die Meinung zu Santiago nicht teilen. Sicher gibts es schoenere Staedte, aber welche Grossstadt in Suedamerika verkoerpert schon das was man sich als Urlauber unter dem typischen Suedamerika vorstellt? Santiago ist sehr sicher, modern und sauber. Wie in allen Suedamerikanischen Staedten ist es eben sehr wichtig wo man sich aufhaelt.

    Gruss

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