und noch durch Bolivien
Grenzüberquerung auf bolivianisch: durch einen Streik war die ganze Straße auf bolivianischer Seite nach Copacabana blockiert und wir mussten uns zu Fuß auf den Weg machen. Eine einzige große Massenbewegung von Rucksäcken und Koffern um vom mehrere Kilometer entfernten Copacabana noch einen Bus nach La Paz zu bekommen. Taxis und Privatautos sammelten ununterbrochen verzweifelte Touris ein und Gott sei Dank gehörten wir auch zu den Glücklichen, die vollkommen eingepfercht noch einen Platz erwischten und rechtzeitig zum Bus kamen. Nächstes Kuriosum war die Flussquerung samt Bus, genauso wie wir mit dem Boot ans andere Ufer gebracht wurden, so erging es auch unserem Bus, den man einfach auf ein kleines Motorboot verfrachtete und hinübersetzte!
In La Paz, der auf etwa 3600m am höchsten gelegenen de facto Hauptstadt der Welt, angekommen, waren wir auch schon mitten im Geschehen, da ein riesiger Folkloreumzug durch die Stadt, von Studenten organisiert, stattfand. Aufwendige Kostüme und Maskeraden mit ansteckenden Rhythmen brachten uns ins Staunen, der ewig lange Umzug schien gar nicht mehr abzureißen.
In La Paz kann man sich wohl kaum verirren, da die Stadt kesselförmig zusammenläuft und alle Straßen auf eine große Hauptstraße zusammenlaufen. Auf der einen Seite findet sich der moderne Stadtteil, sogar mit Burger King (Schande!), und auf der anderen Seite ein Altstadtteil mit vielen touristischen Märkten und Ständen. Sehr ungewöhnlich und abstoßend für uns ist der Verkauf von ausgetrockneten Embryonen, die neben anderen Gaben für den andinischen Opfertisch verkauft werden. Geopfert wird zu Ehren der „Pachamama“, der heiligen Mutter Erde.
Ein Besuch im Coca Museum vermittelt interessantes Wissen rund um die traditionelle Kokapflanze, allerdings verbringt man die meiste Zeit damit die Infobroschüre auf seiner entsprechenden Sprache zu lesen, man könnte vielleicht etwas mehr visualisieren. Eine Anlaufstelle für uns natürlich der „Mercado Negro“, der Schwarzmarkt quasi, auf der Altstadtseite, wo es fast alles zu kaufen gibt, die billigsten Markensachen versteht sich
Bekannt ist die Stadt oder generell die Gegend für die vielen Schuhputzer, denen man kaum entkommen kann und die sich hauptsächlich aus Kindern zusammensetzen, die noch in die Schule gehören anstatt Geld für die Familie verdienen zu müssen…
Ich muss gestehen kein einziges digitales Foto von La Paz zu besitzen, da ich mich in Bolivien sehr auf die Wegwerffotografie stürzte und generell sich meine Fotografierlust etwas in Grenzen hielt!
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Nächstes Ziel war Sucre (Hostal Veracruz, nicht sehr überzeugende Unterkunft, aber immer noch besser als alle anderen in der Straße) die offizielle Hauptstadt, sehr charismatisch und viel entspannter als La Paz. Die Temperaturen wie auch die Seehöhe wurden immer angenehmer und damit auch der Gemütszustand. Ein ausgezeichnetes Essen bekommt man im „El Germen“ und ansonsten kann man sich bei einem Stadtspaziergang eine Vielzahl an Kirchen ansehen.
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Im kleinen, entlegenen Samaipata verbrachten wir ruhige Tage in ländlicher Gegend mit einem ganz besonderen Flair. Hippieatmosphäre und viele „Zuagroaste“ machen dieses Dorf mehr als sympathisch. Auch die Unterkunft war seit langem die schönste (Palacio del Ajedrez) mit gutem Frühstück und einem Schachclub! Der Weg führte uns zu einem weitschichtigen Stiefverwandten, Michael Blendinger, der Touren in ganz Bolivien organisiert und auch ein Gästehaus dort besitzt. Bei einem Ausritt über die Hügel und Berge kann man die Umgebung auf sich wirken lassen!
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Letzter Halt vor unserer Hauptdestination Brasilien ist Santa Cruz mit tropischen Temperaturen. Hier trifft man auf Jung und Schön, die Mädels herausgeputzt ohne Ende und Männer, die einen mit den Blicken auffressen. Jaja, die Auswirkungen des Klimas auf die Mentalität der Menschen…. Nebenbei gibt es viele viele Märkte mit allem Möglichen, riesige Fressmeilen und ein Paradies für Raubkopien. Vielleicht nicht unbedingt empfehlenswert: tolle Tätowierung auf offener Straße mit Hepatitisgarantie inklusive!
Ich hatte damals (2003) auch Probleme in Bolivien einzureisen. Die Grenze war während der damaligen Aufstände einige Wochen gar nicht passierbar. Als es dann endlich doch ging, waren wir sehr froh, denn unser lange geplantes Praktikum in Sucre wartete schon. Ist schon ein tolles Land, wenn man sich drauf einlässt.