Pantanal
Von Bolivien kommen wir nach mehr als 20 Stunden im Zug völlig erschöpft in Corumbá an. Beflügelt von den Temperaturen, empfangen mit brasilianischer Herzlichkeit und satt von diesen riesigen Portionen an gutem Essen sind wir schon sehr gespannt was uns so alles erwartet.
Von Corumbá oder auch von Campo Grande (wenn man aus der anderen Richtung kommt) aus geht es auf die beliebten Touren in die Sumpflandschaft des Pantanal. Wir fahren mit Green Track und genießen den 3tägigen Aufenthalt auf einer entlegenen Farm mit noch zwei anderen Reisenden. In dieser kleinen Gruppe sind die täglichen Ausflüge zur Tierbeobachtung sehr angenehm und unsere Gastgeber kümmern sich bestens um uns!
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Unser Naturguide Carlos ist im Pantanal aufgewachsen und rennt den ganzen Tag barfuß und mit seinem Buschmesser bewaffnet in der Gegend herum und bekommt tatkräftige Unterstützung von seiner australischen Frau, die zu ihm ausgewandert ist. Für die Bewirtschaftung ist seine Mama zuständig, die aus den wenigen Ressourcen wirklich tolles Essen zaubern kann. Geschlafen wird in offenen Hütten mit Mosquitonetz rundherum in Hängematten. Die Geräuschkulisse mit Vogelgezwitscher und anderen Tierlauten in der Nacht ist für uns industrieverseuchte Menschen sehr gewöhnungsbedürftig, so viel Natur sind wir wirklich nicht gewohnt.
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Unser erster Ausflug mit dem Kanu hat sich zum Einstieg schon mal besonders ausgezahlt: neben vielen Vogelarten, Affen in den Bäumen und Ottern, die ihr Revier lautstark verteidigt haben, stießen wir auch auf eine meterlange, fette Anakonda direkt neben unserem Kanu. Carlos ist sogar noch zu ihr ins Wasser gesprungen und hat sie ein wenig am Schwanz gezogen um ihre Länge zu demonstrieren!
Am nächsten Tag standen der Sonnenaufgang am Plan und anschließend ein Ausritt auf den vollkommen ausgeglichenen Pferden. Diesmal war die Tierschau zwar nicht so spektakulär, außer ein paar Vögeln und den obligatorischen Rinderherden entdeckten wir nicht Neues, aber trotzdem schön.
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Am späten Nachmittag versuchten wir unser Glück beim Piranhafischen mit Frischfleisch, was gar nicht so einfach war. Am Abend verzehrten wir dann unsere Beute bevor wir auf einen Nachtspaziergang gingen um Ausschau nach nachtaktiven Tieren zu halten: ein flüchtendes Reh, eine Eule, eine ganze Wasserschweinfamilie und die leuchtenden Augen der kleinen Alligatoren, Kaimane genannt.
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Am letzten Tag bei unserem Spaziergang wartete wieder ein Zuckerl auf uns: wenige Meter face to face mit einem ausgewachsenen Alligator! Man sollte seinem Guide wirklich vertrauen können! Ein äußerst spannendes Erlebnis so nah an diese „gefährlichen“ Tiere heranzukommen, so lange man ihnen nichts tut, tun sie einem wohl auch nichts. Außerdem diesmal die Wasserschweine bei Tag und blaue Aras in den Bäumen.
Hektik und Eile sind hier Fremdwörter und als Antwort auf seine Fragen bekommt man meistens nur ein „Relax, your are in Pantanaaal…“ zu hören. Hier haben die Gesetze der Natur noch Gültigkeit.
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