Das Zentrum afro-brasilianischer Kultur und Musik und Rios Konkurrenzstadt in Sachen Karneval. Die Musikszene spielt sich hier vor allem auf den Pflastersteinen des Stadtviertels Pelourinho ab, wo man den ganzen Tag Rhythmen von verschiedensten Musikrichtungen zu hören bekommt: Samba, Forró, Reggae, MPB (brasilianische Popularmusik), Axé und, und, und …

Pelourinho Pelourinho

Wir quartieren uns im Hostel Dos Anjos mit argentinischem Besitzer ein. Die eine oder andere Kakerlake lässt sich mal blicken und die Zimmer sind relativ eng, aber sie werden jeden Tag zusammengeräumt und gereinigt. Auch das Frühstück und die Hostel Bar vollkommen in Ordnung! Wenn man eher Ruhe sucht und nicht jeden Tag das Nachtleben in Pelourinho auskundschaften möchte, sollte man sich lieber woanders ein Quartier suchen.

Pelourinho Kirche in Pelourinho

Die Trommeldarbietungen, die meist Übungseinheiten von Trommelschulen, -gruppen und –vereinen sind, finden auf offener Straße statt und man wird aufgefordert gerne einen kleinen Geldbeitrag beizusteuern. Live-Musik gibt es hier in fast allen Lokalen und es finden auch größere Konzerte und Tanzabende statt. Stimmung ist einfach an jedem Abend und man kann gar nicht anders als dass man sich mitreißen lässt. Die erfolgreichste Trommlergruppe ist die aus Salvador stammende Gruppe Olodum.

verbrannte Kirche Kreuz

Genau wie die Trommeln gehört auch Capoeira zu Salvador, eine Kampfsportart, die ein Ausdruck afro-brasilianischer Kultur und Identität ist. Begleitet von Gesang, Trommeln und dem typischen Instrument, dem Berimbau, kann man die Capoeira-Gruppen auf der Straße beobachten oder auch zu einer Darbietung in eine Capoeira-Schule gehen, wie zum Beispiel in die Associação de Capoeira Mestra Bimba, die eine sehr eindrucksvolle Show liefert und wo wir auch eine Schnupperstunde genommen haben.

Capoeira verlassene Häuser

Um uns die Rhythmen einzuverleiben oder es zumindest zu versuchen, nahmen wir ein paar Perkussionsstunden beim charismatischen Lehrer Macambira, der einem viel Spaß bei der Sache vermittelt, auch wenn das Talent ab und zu sehr mangelhaft ist ;)

Elevador Lacerda Hafen

Die Stadt hat natürlich auch noch mehr zu bieten als Pelourinho. Mit dem Lift Elevador Lacerda werden die zwei Stadtteile miteinander verbunden und man gelangt in die Cidade Baixa, die sonst nur über eine längere Serpentine erreichbar ist. Kirchen gibt es in Salvador zahlreich zu besuchen, die bekannste ist die Igreja do Senhor do Bonfim, die vor allem für Candomblisten bedeutend ist. Sie sind Anhänger des Candomblé, einer Religionsform, die in Brasilien durch afrikanische Sklaven ihre Ausprägungen fand. Man findet auch eine Sammlung von Azulejos, den blauen Malereien auf Fliesen, die aus Portugal stammen.

Azulejos Igreja do Senhor do Bonfim Azulejos

Am besten setzt man sich auf einen der schönen Plätze Pelourinhos in die Sonne, genießt ein Acarajé (afrikanische Köstlichkeit als frittierte Teigtaschen mit Schrimps und sonst undefinierbaren Zutaten) und die Atmosphäre dieser Kulturmelange!

 
 

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