Schwarzes Meer und Donaudelta
Mit einem unerwartet komfortablen Zug (etwa 13 Euro) verlassen wir die Wallachei Richtung Constanţa am Schwarzen Meer. Die Preise werden nach Schnelligkeit der Züge berechnet, der Intercity zählt zu einem der schnellsten, braucht aber für die knapp über 200 km trotzdem 4 Stunden!
Unterwegs schockieren die riesigen Müllhalden, die auf der ganzen Strecke nicht abzureißen scheinen. Das ist mit Abstand die schlimmste Umweltverschmutzung, die je gesehen habe. Man braucht sich gar nicht nach Asien oder Afrika zu begeben um Zeuge solch eines Fehlverhaltens zu werden, man braucht nur zwei Grenzen zu queren.
![]()
![]()
![]()
![]()
In Constanţa, der drittgrößten Stadt des Landes, ist das Zentrum nur einen kleinen Fußmarsch vom Bahnhof entfernt und wir machen uns gut Glück auf Hotelsuche und landen im Hotel Tineretului mit uriger Polstermöbeleinrichtung und deutschsprachiger Rezeption. Prinzipiell liegen die Preise für die günstigeren Hotels meist bei 30 Euro fürs Zimmer, Frühstück ist immer dabei, Kaffee prinzipiell extra und die Heizung läuft auf Hochtouren, auch wenn es draußen schon fast 20 Grad hat! Da noch keine Saison ist, findet man leicht Unterkunft und es tut sich generell noch nicht so viel.
Das Meer und der Strand sind saudreckig, ich könnte mir nicht vorstellen hier im Sommer entspannten Badeurlaub zu machen, und auch preislich zahlt es sich nicht aus, dafür bekommt man auch schon eine Woche Griechenland. Welcher Rumäne kann es sich leisten in seinem eigenen Land Urlaub zu machen?
![]()
![]()
![]()
Über die grundsätzlich hässliche Stadt hat man eine Shopping Mall und Fast Food Infrastruktur drübergestülpt, aber wenn man genau schaut, findet man auch hier Interessantes. So gibt es eine wunderschöne orthodoxe Kathedrale, eine Moschee, Ausgrabungen von Teilen eines römischen Thermalbades, den Ovidplatz mit einer Ovidstatue und ein Casino auf der Promenade.
![]()
![]()
![]()
Das Café Mosaic zählt zu meinen Favoriten, eingerichtet im Wiener Kaffeehausstil und Treffpunkt der Stadtjugend. Im Casa Anna kann man gut Essen gehen in Wohnzimmeratmosphäre und bestem Service. Empfehlenswert aus der Gegend: Mǎmǎligutǎ nach dobrudschaner (falls das Eigenschaftswort zu Dobrudscha so heißt?!) Art, Polenta mit Schinken, Ei und Rahm.
Geduld muss man haben, wenn man hier unterwegs ist. Ein Glück, dass wir so gern Zug fahren, denn wir brauchen wieder fast 4 Stunden für 150 km nach Tulcea am Fuße des Donaudeltas. Umsteigen müssen wir in Medgidia in einen sehr bedürftigen Zug, der alle paar Meter stehen bleibt.
![]()
![]()
![]()
Tulcea ist lediglich eine Industriestadt und Ausgangspunkt für Bootsausflüge ins Delta. Leider ist es sehr bedeckt und windig, aber zu einer kleinen Bootsfahrt überwinden wir uns trotzdem. So wirklich ausgezahlt hat es sich nicht, da man schon einige Stunden unterwegs sein muss um etwas vom Delta zu sehen, vor allem interessant für Ornithologen.
![]()
![]()
![]()
Genächtigt haben wir im Hotel Europolis und sehr gutes Essen gibt es im Hotelrestaurant Select, vor allem die Ciorbǎ, die typischen Suppen, sind sehr gschmackig!

Waren letze Woche (und schon in den Jahren zuvor) in und um Constanza um entspannte Badeferien zu machen! Die Stránde (die ich kenne) sind gar nicht so schmutzig, habe schon viel schlimmere gesehen. Es hatte einfach zuviele Touristen, aber das ist ein anderes Thema. Reisen ins Ausland sind für Rumánen viel teurer als Ferien im eigenen Land. Schön wárs, wenn eine Woche Griechenland gleich viel kosten würde, wie eine Woche Schwarzes Meer.
Liebe Grüsse
Geza
Hallo!
Na, Ihr seid auch fleißig in der “Weltgeschichte” unterwegs
Ich werde in drei Wochen ins Donaudelta fahren und bin gerade fleißig am Recherchieren. Ich bin auf der Suche nach Schiffverbindungen im Delta – aber leider habe ich bei Navrom nur einen sehr ausgedünnten Fahrplan gefunden. Gibt es auch andere Schifffahrtslinien im Donaudelta? Mit welchem Unternehmen habt Ihr den Bootsausflug gemacht?
Würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir weiterhelfen könnt
Weiterhin gute Reise wünscht
Gerry
Schade, dass Ihr nicht weiter ins Donaudelta vorgedrungen seid. Ist wirklich sehr sehenswert dort – aber bei Schlechtwetter natürlich auch nicht gerade der Heuler… ich war vor kurzem dort – wirklich weiter zu empfehlen!
Übrigens: Schade, dass der Blog nicht mehr weiter betrieben wird – sehr interessant hier zu stöbern