Transsilvanien

22Apr07

In erster Linie bekannt als Heimat Draculas wie auch einer beträchtlichen Anzahl von Siebenbürger Ungarn (größte Minderheit mit ca. 1,5 Mio.) und Sachsen. Eingebettet in den Bogen der Karpaten befindet man sich auf einer urigen Reise zwischen Schwindel erregenden Straßen, sanften Hügeln und ländlichen Dorfgemeinden.

Hauptplatz in BraşovAussicht vom Hausberg“Schwarze Kathedrale” durch BrandHauptplatz in Braşov

Die wohl einzig wirklich zackige Zugverbindung im Land bringt uns innerhalb von 2 Stunden von Bukarest nach Braşov (Kronstadt), im äußersten Südosten Transsilvaniens gelegen, Hochburg der Sachsen und die meistbesuchte Stadt in Rumänien. Vergleiche mit Prag und Krakau werden ihr auf Grund ihres mittelalterlichen Charakters nahe gelegt. Hier findet man eine auf Touristen ausgerichtete Infrastruktur mit netten Kaffees, Restaurants und einer Einkaufsstraße in der wunderschönen Altstadt. Ein Spaziergang auf den Hausberg Tâmpa zahlt sich aus, für Faule gibt’s die Seilbahn hinauf. Von dort kann man die roten Dächer der Altstadt betrachten und der Verlauf der gut erhaltenen Stadtmauer als Abwehr gegen die Türken ist gut erkennbar. Interessant ist auch die große gotische „Schwarze Kirche“, die einst in Flammen stand.

Aussicht vom HausbergAltstadtStadtmauer

Das Nächtigen war hier ein absolutes Schnäppchen: nur 10 Euro pro Person im Doppelzimmer (ohne Frühstück) im Hotel Aro Sport 2 min. vom Hauptplatz Piaţa Sfatului entfernt! Dafür gab es auch kein Licht im Badezimmer und nur lauwarmes Wasser, für Anspruchsvollere gibt’s auf der anderen Seite des Gebäudes den großen Bruder, das Aro Palace.

Endstation Verwandtenbesuch in der mir vertrauten Gegend im Bezirk Harghita. Nach unzähligem Umsteigen endlich in meiner Geburtsstadt Odorheiu Secuesc (Székelyudvarhely) angekommen und schließlich weiter nach Praid (Parajd), wo der Aufenthalt hauptsächlich durch Omas Küche geprägt war. Beim Essen kommen die Leit zaum, wichtigste soziale Interaktion sozusagen und was gefällt der Omi wohl mehr als ihr verlorenes Enkelkind mit Krautwicklern, eingelegten Krautköpfen, Hühnerbrühe, hausgemachtem Kolbász und Mehlspeisen aufzupäppeln? Dazu noch ein Glasl Hauswein, natürlich der beste weit und breit ;), hat ja der Opa gemacht und ein Stamperl Pálinka.

Prajder Salzbergunser kleines GipfelkreuzHoamatlond

Die kleine Gemeinde Parajd zeichnet sich durch ihr großes Salzvorkommen aus, dem größten Salzfeld Europas. Der Salzberg Sóhát könnte die gesamte Salzversorgung Europas in den nächsten Jahrzehnten sichern. Im Salzbergwerk tummeln sich stets unzählige Touristen und Besucher, die zur Erholung oder auch zur Therapie in die angeschlossene Heilanstalt kommen, die zur Hauptssaison etwa 3000 Gäste am Tag zählt. Bis in das 19. Jahrhundert praktizierten die Székler eine bis dato einzigartige Weise der Salzgewinnung, genannt „reszellés“, die nach und nach verschwand. Auch die Habsburger mischten fleißig mit, so wurde damals auch Salz in die Schatzkammer nach Wien gebracht. Im Sommer wird draußen noch ein Salzwasserfreibad betrieben.

im SalzbergwerkEinfahrt ins Salzbergwerkim Salzbergwerk

Das wenige Kilometer entfernte Corund (Korond) lädt mit typischem Handwerk der Gegend zum Bummeln ein. Ein Stand nach dem anderen mit Keramiken, Holzschnitzereien und Korbflechtereien säumen die Hauptstraße. Aufmerksamkeit erregen vor allem die „székely kapu“ (Székler Tore) in dieser Gegend, aufwendig aus Holz gearbeitete Tore mit verschiedensten Mustern.

Székler TorVerkaufsstände in KorondMärkte in Korond

Ein weiteres Ausflugsziel in der Umgebung ist Sovata Bâi (Szováta Füred) mit seinem Lacul Ursu (Bärensee), ein natürlicher Salzsee, der im Sommer viele Gäste anlockt. Das Ortszentrum mit Gastgärten, Kaffees und Markt lädt ebenfalls zum promenieren ein!

Zimmer frei!Zimmer frei!Zimmer frei!

Eine angenehme Übernachtungsmöglichkeit bietet sich in den neu errichteten Bungalows meines Onkels direkt an der Hauptstraße im Ortszentrum von Praid.

 
 

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