Mit unserem ersten Van Prime Minister, unserem zukünftigen Dach über dem Kopf, verließen wir das schöne Melbourne und machten uns auf den Weg, um in etwa einer Woche Adelaide zu erreichen. Zunächst fuhren wir gemütlich bis Torquay, berühmt durch seinen hervorragenden Surfclub, wo wir in der Abenddämmerung noch ein paar Wellenreiter beobachten konnten. Mit anfänglichen Berührungsängsten suchten wir uns dann ein geeignetes Platzerl zum Übernachten. Am verlockendsten waren immer die Grünanlagen mit öffentlichen Toiletten und meistens auch Duschen dazu (zwar kalt, aber Wasser ist Luxus!), die oft wirklich sehr gepflegt waren und die wir von dort an auch häufig genutzt haben bis wir auch die Option in Erwägung zogen zum Duschen einfach in die Hostels oder Campingplätze zu marschieren.
Von Torquay bis fast nach Warrnambool führt die Great Ocean Road, die einen eindrucksvollen Küstenabschnitt aus Sedimentgesteinen darstellt. Die Küste sieht so richtig wie abgebrochen aus, so ähnlich wie in Irland.
Am nächsten Tag ging es auf der sehr kurvenreichen und schmalen Küstenstraße weiter nach Apollo Bay, wo wir nach einem tollen Strandspaziergang die zweite Nacht verbrachten. Dazwischen noch ein Abstecher nach Anglesea, das bekannt ist für seine grasenden Kängurus, die massenhaft auf dem Golfplatz herumhüpfen und auch dementsprechend viel Sch… dort lassen. Die Nächte wurden zunehmend kälter, sodass wir dick eingepackt mit Pulli, Schlafsack und Decke im Auto lagen. Das Wetter sah absolut nicht nach Verbesserung aus, und das kurz bevor wir das Highlight der Great Ocean Road, die Felsformation der Zwölf Apostel und die Grotte Loch Ard Gorge, erreichten.
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Auf dem Weg noch ein kleiner Abstecher in den Otway Nationalpark um eine Runde im üppigen Regenwald zu drehen. Sehr schön, aber schon ein wenig übertrieben wenn alle Naturpfade asphaltiert sind, wo bleibt da noch die Natur? Trotzdem gut, dass wenigstens alle wichtigen Aussichtspunkte bestens beschildert sind, sodass man gar nichts verpassen kann. Das ist wirklich ein riesiger Vorteil wenn man mit eigenem Auto unterwegs ist und jederzeit und überall stehen bleiben kann, um die landschaftlichen Schönheiten auf sich wirken zu lassen.
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Da standen sie nun die Zwölf Apostel in strömendem Regen, aber wie auch viele andere Reisende ließen wir uns nicht beirren und genossen trotzdem das nun ein wenig mystische Bild der berühmten Felsen …
Auf dieser Strecke scheint ein Höhepunkt den nächsten zu jagen. Nachdem wir die Great Ocean Road verlassen haben, kamen wir auf dem Weg nach Portland noch an einem Nationalpark vorbei, der gleichzeitig ein erloschener Vulkankrater ist, den man umrunden kann. Im Nationalpark gibt es ein Besucherzentrum und eine tolle Flora und Fauna. Endlich Koalas! So ein Leben muss man haben: den ganzen Tag auf seinem Baum hocken, essen, schlafen und sein Geschäft verrichten! Auch der ein und andere Emu hat sich blicken lassen und wir haben gemütlich Mittag gemacht bei einer der Barbecuestellen, die in Australien in den meisten Parks zur freien Benutzung aufgestellt sind.
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Die nächste Teilstrecke führte nach Robe über den Lower Glenelg Nationalpark, wo wir die Tropfsteinhöhlen namens Princes Margaret Rose Cave besichtigten. Gutes Programm für Schlechtwetter. Kurz noch Mt.Gambier mit seinem azurblauen Vulkansee und Millicent gestreift bevor wir Robe erreichten, wo die einzige Alternative Kino war, das eher einem größeren Wohnzimmer glich als einem Saal! Walk the Line passte auch gut zu dieser etwas melancholischen Stimmung der Gewitterwolken. So erlebten wir im australischen Winter intensivst die Atmosphäre dieser kleinen fast ausgestorbenen, besinnlichen Küstenkaffs mit, die sich alle sehr ähnelten und im Sommer idyllische Ferienorte sind.
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Am folgenden Tag auf dem Weg nach Tailem Bend war auch schon wieder die Sonne mit uns, die die Salzseen bei Salt Creek gleich in besseres Licht rückte. Auf einer sehr bumpy loop road bestritten wir also einen Kreis rund um die Salzseen, die von schneeweiß über rosa bis hin zu babyblau in tollen Farben schimmerten. Die Strecke war zwar sehr schön (viele Nationalparks, teilweise sehr trockene Gegend), aber die Straßen einfach nur unendlich gerade, da verliert man jegliches Gefühl für die Länge der Strecke, wenn die Straße in weiter Entfernung mit dem Horizont verschmilzt.
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Nachdem wir am Morgen in Tailem Bend schon wieder Anstartprobleme hatten und uns an die Roadside Assistance (jaja, besser wir freunden uns schon mal mit denen an!) wenden mussten, ging die Reise weiter mit Zwischenstopp in Hahndorf, einem deutschen Dorf in der Nähe von Adelaide. Dort gingen wir dann auf Würstel mit Sauerkraut, aber von deutschsprachigen Menschen oder sonstigen Hinweisen keine Spur.
Adelaide, eine sehr sympathische Stadt, ist mit einem dicken Grüngürtel um die ganze Innenstadt herum ausgestattet und hat immer wieder ein architektonisches “Schmankerl” zu bieten. Außerdem leben hier die meisten Asiaten in ganz Australien. Viel mehr kann ich dazu auch nicht mehr sagen, außer dass wir von hier auch schon wieder unsere baldige Weiterreise ins Outback organisierten, da wir uns von unserem geliebten Premierminister trennten.
