Die Vorfreude auf die erste große Reise nach meiner Matura im Jahr 2003 war natürlich mehr als groß. Endlich sollte sie länger als bloß nur eine Woche dauern. Eine etwas chaotische Reise ohne viel Planung und Ahnung durch die neu gewonnene Freiheit. Der heute ausgeprägte Fotowahn war damals auch noch nicht in diesem Maß vorhanden, so dass ich von vielen Orten und Städten gar keine Bilder habe! Ein Leben jenseits der Digitalfotografie…

Von Attnang-Puchheim ging es über Nacht zunächst einmal nach Berlin als Zwischenstopp auf dem Weg in die skandinavischen Länder. Einmal umfallen und neben dem Bahnhofszoo findet sich gleich eine nette Jugendherberge. Von dort erkundeten wir hauptsächlich zu Fuß (!) die Bundeshauptstadt unserer Nachbarn (beim Spaziergang vom Brandenburger Tor bis zur Siegessäule wirkte sie wie eine Fata Morgana, die niemals näher zu kommen schien).

Weiter ins süße Kopenhagen, wo man ständig auf verrückte, lustige und vor allem auch freundliche Leute trifft. Die sehr alternative Freistadt Christiania empfand ich damals schon als sehr kurios und aufregend, zumal ich so etwas in der Art noch nie gesehen habe.

Unsere Reise führte nach Stockholm bevor wir mit einer riesigen Fähre (inkludiert im Interrailticket) via Ålandinseln nach Finnland hinübersetzten. Von Turku an der Küste bis ins wunderschöne Helsinki, finnische Ferien am See in Lapinlahti, über Kajaani und Kemi per Landweg wieder nach Schweden. Von Gällivare, dem nördlichsten Punkt unserer Reise fuhren wir mit der Inlandsbana querfeldein durch Schweden bevor es weiter nach Norwegen ging. Dort widmeten wir uns Lillehammer, Oslo und Bergen. Am diesem Punkt verabschiedet sich meine Reisegefährtin nach Italien und ich fahre mit dem Schiff wieder nach Dänemark, nach Århus.

Auf dem Weg in die Niederlande nehme ich noch Eindrücke aus der Hansestadt Hamburg mit. Es folgt eine kleine Rundreise in jenem Land, das teilweise sogar unter dem Meeresspiegel liegt, mit Stationen in Amsterdam, Groningen, Schiermonnikoog, Rotterdam und so weiter…

Schon etwas angeschlagen von den ständigen Zugfahrten und Rucksackschleppen (viel zu viel eingepackt, aber man lernt immer aus seinen Fehlern) kann ich dennoch nicht auf meine letzte Destination Brüssel verzichten, was sich mit Sicherheit noch ausgezahlt hat!

Interrail zahlt(e) sich grundsätzlich aus wenn man viele Kilometer macht, in Skandinavien muss (!) man allerdings hin und wieder Züge reservieren und dazu zahlen, dafür sind sie auch sehr komfortabel und sauber. Auch die neuen Tarife fürs Ticket sind leider um einiges teurer als noch vor einigen Jahren.

Die Kosten für eine Reise durch Nordeuropa sind alles andere als gering. Gut dabei ist man mit Campingplätzen Jugendherbergen, von denen es genug gibt und als Hostelling International Mitglied bekommt man noch Ermäßigung. Die Standards für die Unterkünfte sind oft sehr gut, vor allem in Schweden. Auch für den täglichen Bedarf muss man genug Geld einrechnen, da die Lebenskosten in den skandinavischen Ländern um einiges höher sind als bei uns.

 
 

No Responses to “Zugfahrt durch den Norden Europas”  

  1. No Comments
Posting Your Comment
Please Wait

Leave a Reply

There was an error with your comment, please try again.