Mitten in Schweden

Von Finnland geht es über das Lappland weiter nach Gällivare ins nördlichen Herz Schwedens. Lediglich ein verschlafenes Dörfchen mit der nördlichsten Windmühle Schwedens. Ein Kulturpfad führt durch den Pluppskogel (Pluppswald), sicher ein Erlebnis für Kinder, aber auch wir begeben uns auf Entdeckungsreise durch das Lappenlager :) Und die Sonne brennt, wie wir es nicht erwartet hätten.

Von Gällivare startet die so genannte Inlandsbana mitten durch Schweden gen Süden nach Östersund (sprich Österschund). Eine sehr gemütliche Zugfahrt nach dem Motto „wir bremsen für Rentiere“, ja endlich Rentiere!!! Das Touristenrentier mit dem Halsband steht sogar mitten auf den Schienen und lässt sich breitwillig fotografieren, wenigstens nicht das einzige auf unserer Reise.

Inlandsbana Rentier Gällivare

Bilderbuchlandschaft á la Natur pur vermittelt Freiheitsgefühl und mit Bob Dylans “Like a Rolling Stone” in den Ohren fühle ich mich auch gleich wie ein Stein, der soeben durch die weite Welt rollt. Einst war noch mein Heimatort die Welt, dann war ein Ausflug nach Linz schon der Höhepunkt, dann Wien, das europäische Ausland, die anderen Kontinente und was kommt dann? Mit dem Welttraumtourismus kann ich mich noch nicht so ganz anfreunden …

Immerhin etwa 70 Euro kostet diese Fahrt durch die schwedische Pampa für Normalsterbliche, aber wir Interrailer zahlen natürlich nix ;) Ein kurzer Stopp beim Polcirkeln (Polarkreis) gehört selbstverständlich auch dazu!

Östersund Polarkreis

Die Zimtschnecken, Kanalbulle oder so ähnlich auf Schwedisch, sind einfach die besten, auf jeden Fall probieren! Aber nicht alles muss man ausprobieren, was man an Snus (Tabakpolster, die man sich in den Mund schiebt) findet, kann ich nicht nachvollziehen, außer wunde Stellen am Zahnfleisch hat es bei mir keinen bleibende Eindruck hinterlassen.

Und dann hätten wir noch Stockholm, das wegen seinem Flair als eine der schönsten Städte angepriesen wird. Schön angelegt auf mehreren Inseln mit reizender Altstadt. Aber bei Schlechtwetter sind irgendwie alle Städte grau. Etwas spießige Atmosphäre, Sandler findet man weit und breit keine, im Gegensatz zu Kopenhagen, wo Eltern ihren Kindern mit einem Lächeln auf dem Gesicht gestatten von einem Obdachlosen Obst anzunehmen, was bei uns auch kaum denkbar wäre (“Nimm ja nix von fremden Leuten” liegen uns die Stimmen unserer Mütter in den Ohren). Der Bahnhof und die Tunnelbana (U-Bahn) in Stockholm sind dafür umso heruntergekommener.

Schären vorgelagerte Inseln bei Stockholm

Ein tolles Erlebnis iat auch die Schifffahrt durch die Schären von Stockholm nach Finnland. Der Luxusdampfer der Siljaline bietet eine ganze Infrastruktur mit Schwimmbad, Kasino, Geschäften und und und an. Und das Beste dran: die Überfahrt untertags ist auch im Interrailticket inkludiert!

Dieser Beitrag wurde unter Europa, Interrail 2003, Reiseberichte, Skandinavien veröffentlicht. Permalink.

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