Nach Kapstadt zählten die zwei süßen Ortschaften Mossel Bay und Plettenberg Bay zu unseren Reisezielen. Weiters noch die Städte Port Elizabeth (kurz PE) und Durban. Sehenswert sind vor allem auch noch Knysna und Wilderness mit üppiger Vegetation und wilder Küste. Und natürlich auch Jeffrey´s Bay mit seiner Billabong Factory, das Eldorado für Surfen in Südafrika - aber man kann ja nicht alles machen.

Hauptaktivitäten, die in den Küstengebieten angeboten werden, sind im Prinzip überall die gleichen und meist auch zu halbwegs vernünftigen Preisen. So gibt es zum Beispiel: Surfen, Sandboarding, Tauchen, Skydiving und und und…

In Mossel Bay fanden wir ein sehr familiäres Backpacker (Mossel Bay Backpackers) mit liebevoll eingerichteten Zimmern und sogar mit Pool. Vor allem das Personal war überaus freundlich und nett!
Zu entdecken gibt’s dort folgendes: Spaziergang zum Leuchtturm mit steinzeitlicher Höhle, schöner Aussichtspunkt, angeblich kann man hin und wieder Wale beobachten…
Es gibt sogar ein Museum und einen Handicraft Market auf dem Weg zum Strand. Kurios ist ein alter Zug, der längst außer Betrieb ist und inzwischen als Herberge und Restaurant dient.
Abends kann man es sich in einem der tollen Restaurants mit Meerblick mit lecker Fisch und Seafood gemütlich machen!
Und wir haben sogar Freunde gefunden: kaum am Strand angekommen, haben uns eine Horde Schulkinder umzingelt, die es wahnsinnig lustig fanden, warum wir Milchgesichter uns mit so einer komischen Creme einschmieren müssen am helllichten Tag. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit Spielen und Kinderanimation :) Das nenne ich noch eine kindgerechte Umgebung, dagegen sehen die Sandkisten in unseren Breiten ziemlich blass aus!

Mossel BayMossel BayPlettenberg Bay

Plettenberg Bay (kurz „Plett“) zeichnet sich durch seine beiden zungenartigen Sandbänke und der daraus resultierenden Lagune aus. Der Strand ist wirklich äußerst schön und man kann einfach ewig an ihm entlang spazieren.
In näherer Umgebung machten wir eine Kanufahrt am Keurboom River, der von den ganzen herunterfallenden Blättern und Pflanzen wie ein Tee relativ dunkel gefärbt ist. An den Ufern ragen steile, dicht bewachsene Hügel hinauf und es riecht wie in einem Kräutergarten. Unterwegs findet man immer wieder Schotterbänke als Nischen zum Picknicken und Ausrasten.
Der Abend wurde dann im wahrsten Sinne des Wortes zu einem „Candle-Light-Dinner“, da im ganzen Ort inklusive umliegender Gebiete in einem relativ großen Umkreis von mehreren hundert Kilometern der Strom ausfiel, da die Zentrale in Kapstadt lahm gelegen ist! Für uns war es ja noch relativ lustig, aber die Wirtschaft hat sich nicht unbedingt über dieses Ereignis gefreut. Die Kühltruhen im Supermarkt mutierten eher zu Wärmeflaschen!
Anschließend ging es noch ins „Flashbacks“, eine mittelmäßige Bar, aber im Prinzip ist es egal wo man hingeht, witzige Leute trifft man hier überall und vor allem sind sie so aufgeschlossen und freundlich, dass man innerhalb kürzester Zeit von einer netten Runde umgeben ist und das ein oder andere Glas prostet ;) Typisches Getränk ist der „Springbock“, Amarula mit eine Art Minzlikör, naja wers mag…
Am Wochenende fand vor dem Einkaufszentrum (da gibt es sogar einen Spar!!! Anfangs dachten wir man will uns auf die Frage nach einem Supermarkt in ein Wellness Resort schicken, da man uns immer wieder auf den „Spaaaa“ hinwies) noch ein Breakdance Contest statt für die Kinder aus den umliegenden Townships. Eine coole Sache, organisiert von den Sozialarbeitern, die den Kindern gratis Tanzlehrer vermittelten, die sie zwei Monate lang trainierten und sie schließlich durch den öffentlichen Auftritt sehr motivieren konnten!

Delfinschau im Bay WorldStrand in Plettenberg BayKirche in PE

Weiter ging die Reise nach PE, wo wir im Lungile Backpackers blieben, ganz ok als Hostel, vor allem die Eingangshalle ist sehr geschmacksvoll eingerichtet mit viel Holz und afrikanischen Schnitzereien.
Die Stadt hat meiner Meinung nach nicht wirklich was Sehenswertes. Die Architektur im Zentrum ist ganz interessant, man findet auch die ein oder andere Kirche, aber der Industriehafen stört das Stadt- und Küstenbild schon gewaltig.
Nett ist vielleicht noch das Bay World, ein riesiges Aquarium mit Museum mit vielen Meeresbewohnern und Vorstellungen mit Seehunden und Delphinen.
Als Abendprogramm riet man uns das „Tobey Joe´s“, das uns aber auf Grund der Live-Übertragung eines Rugby Spieles, das durch stetiges Männergegröle begleitet wurde, wenig begeisterte. Rugby sollte uns noch öfter begleiten, ich sag nur Australien und Neuseeland, die harten Konkurrenten. Wir haben erst gar nicht versucht die Regeln von diesem Spiel zu begreifen!

Nach einer etwa 15stündigen Busfahrt ist man auch schon in Durban. Die Strecke dorthin ist wirklich eine Reise wert. Unser Weg führte durch die Transkei, einer hügelige Wald-, Wiesen-, Felslandschaft, durch sehr rurale Gegenden und vorbei an Nelson Mandelas Haus.
Durban gilt als relativ gefährliche Stadt in Südafrika, aber wenn man seine Wertgegenstände nicht offensichtlich trägt und nicht weiß Gott wo mitten in der Nacht herumspaziert, passiert auch hier nichts. Ist ja auch nur eine Stadt.
Und für uns war sie schlicht und einfach eine Shopping Hochburg, da man sämtliche afrikanische Handarbeiten und Souvenirs wirklich sehr billig einkaufen kann. Das zahlt sich auf jeden Fall aus!
Abgestiegen sind wir im Banana Backpackers im Zentrum, von dem uns auch der Bazbusfahrer abriet, da die meisten Touristen in den schöneren Suburbs bleiben, womit sie wohl auch recht haben. Das Hostel war sicherlich eines der schlechteren auf unserer Reise. Es wimmelte überall nur so von Kakerlaken und schlechten Gerüchen, also von hygienisch keine Rede, aber um den gleichen Preise kriegt man eben auch schon was Netteres.

Rathaus in PEPinguine im Bay WorldDrakensberge

Wieder eine Tagesfahrt weiter ist man auch schon in Johannesburg. Unterwegs begegnet man den berühmten Drakensbergen, tafelbergartiger Gebirgszüge, ein wirklich schöner Stopp zum Wandern, aber ehrlich: bei uns gibt es so viele Berge. Die einzigen, die das wirklich sooo vom Hocker haut sind die Engländer, die in Südafrika gern und viel reisen und zu Hause nur flach haben!

 
 

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