So ganz habe ich mir das nicht vorstellen können mit den 4000 Inseln am Mekong, wie soll es dort überhaupt aussehen? Aber wenn man das einmal erlebt hat, will man nicht mehr weg …

Auf dem Weg nach Kambodscha und Vietnam zu seinem Delta wird der Mekong im Süden von Laos an dieser Stelle etwa 14 km breit und bringt ein Reich von tausenden mehr oder weniger kleinen Inseln hervor. Die populärsten sind Don Det und Don Khon, wo sich eine simple touristische Infrastruktur entwickelt hat, die alle wichtigen Grundbedürfnisse stillt. Die meisten Bungalows verfügen über ein Bett und ein Moskitonetz, was mehr als ausreichend ist, da man sich sowieso meistens in der Hängematte auf der Veranda mit Mekongblick befindet und die Fischer bei ihrem täglichen Fang beobachtet.

Wenn man auf Don Det am Strand mit dem badenden Büffel ankommt, darf man ruhig noch ein Stück gehen und muss nicht gleich die erstbesten Bungalows nehmen, da es hier an Unterkünften nicht mangelt. Je weiter hinten, desto ruhiger und abgelegener, aber auf jeden Fall die Sonneuntergangsseite wählen, denn diese Stimmung ist unbezahlbar! Die Bungalows vom Tana Guesthouse etwa kosten 5 US $, aber noch netter sind jene vom Sunset Guesthouse, familiäre Atmosphäre haben sowieso die meisten, da die ganze Sippe mitarbeitet.

Ausgeglichener als dort zu diesem Zeitpunkt hätte ich mich nicht fühlen können. Gemütlich in der Hängematte wippend mit keinem anderen Ziel als den Tag hinter sich zu bringen und den anderen genauso zu begehen. Ein weiser Mensch den wir dort getroffen haben, sagte uns: „Wisst ihr was das Beste an viel Geld ist? Zu wissen, dass man es gar nicht braucht!“ Strom gibt es nur wenige Stunden am Tag, die Notdurft wird auf dem asiatischen Hockklosett mit manueller Spülung verrichtet und das Abflussrohr tritt beinahe an derselben Stelle in den Mekong ein wie die Leitung mit frischem Wasser heraus. Aber beim Schwimmen würde ich mir auch nicht allzu viele Gedanken machen, da etwa Verschmutzung durch Industrie hier quasi nicht existent ist im Gegensatz zu zahlreichen anderen Gewässern.

Wem das Liegen in der Hängematte doch zu langweilig ist: es gibt auch die Möglichkeit sich ein Fahrrad auszuborgen, mit dem Boot eine der einsamen kleinen Nachbarinseln zu erkunden oder einfach auf eine der Inseln zu schwimmen. Auch am Abend gibt es einige Lokale, wo man den wundervollen laotischen Whiskey oder einen Happy Shake ausprobieren kann. Richtig köstlich ist das scharfe Tana Chicken nach laotischer Art, wo mir alleine schon beim Schreiben der Geruch in die Nase strömt.

Von den unendlich höflichen Laoten kann man so ziemlich alles haben, aber nicht jetzt, nicht gleich, sondern erst wenn sie soweit sind. Teilen wird groß geschrieben, egal was man hat, es wird mit dem nächsten Menschen neben sich geteilt, sei es die wildfremde Person, die im Bus neben einem sitzt. Missverständnisse sind wie es oft ist, vorprogrammiert, aber am besten ist es alles mit Humor zu nehmen.

Die Abfahrt von Don Det wird durch das Monopol der Preismafia bestimmt, Tickets etwa zur kambodschanischen Grenze kann man in 15 verschiedenen Hütten kaufen, aber es kostet alles dasselbe. Zum Vergleich: die 10stündige Busfahrt von Luang Prabang nach Vientiane hat etwa 10 US $ gekoste, der wenige Kilometer lange Transport von der Insel zur kambodschanischen Grenze bereits 13! Aber der Vorteil beim Bezahlen ist: akzeptiert werden neben der Landeswährung Kip auch thailändische Baht und Dollar, wenn man möchte auch alle drei gemeinsam!

 
 

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