Shopping in Phnom Penh
Die Hauptstadt Kambodschas kann einkaufstechnisch Bangkok wirklich Konkurrenz machen mit noch günstigeren Preisen als es in der überlaufenen Metropole der Fall ist. Im Gegensatz zu ihrer thailändischen Nachbarin zählt die Stadt leider (oder auch zum Glück) nicht zu einem wichtigen internationalen Knotenpunkt und ist auch nicht so eine beliebte Anlaufstelle.

Nach der Idylle am Mekong klatscht einem die Stadt wie eine dreckige, schwüle, heiße, laute Hand ins Gesicht. Bei der Fahrt ins Zentrum begegnet man schicken Restaurants, Hotels und Kasinos, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Hüttensiedlungen am Ufer des Tonlé Sap Flusses liegen.
Das um einiges kompaktere Pendant zum Backpacker Viertel Banglampoo in Bangkok bildet hier Boeng Kak, die Gegend rund um den gleichnamigen See, die im Vergleich noch in ihren Kinderschuhen steckt und vermuten lässt wie die Khao San einst ausgesehen haben mag. Sobald man aus dem Bus aussteigt, wird man sogleich von den Gästehäusern angeworben, meist sogar mit gratis Transport wenn man dort bleibt, wie z.B. das No Problem Guesthouse (8 US $ fürs 3-Bett), das an sich ganz in Ordnung war und sogar eine große Terasse mit Seeblick hat. Wer sich ohne schlechtes Gewissen satt essen möchte, kann das im Lazy Gecko Café machen, wo mit einem Teil der Einnahmen Waisenkinder unterstützt werden.

Im Mittelpunkt des Interesses stand für uns die unzähligen Märkte zu erkunden, wo es Kunsthandwerk, kopierte Bücher, Elektronik, Kleidung, Schmuck und noch vieles mehr zu kaufen gibt. Am Psar Thmei (Central Market) sollte man auch unbedingt in die „Fressmeile“, wohingegen der Psar Russei besser für Souvenireinkäufe ist. Das Parademitbringsel aus Kambodscha ist der traditionelle, karierte Khmer Schal Krama, den fast jeder dort irgendwo am Körper trägt.

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen der Königspalast und das Nationalmuseum mit einer Fülle von Reichtümern aus vergangenen Zeiten. Der Palast ist sehenswert, aber wenn man bereits den thailändischen besichtigt hat, sollte man sich nicht mehr zu viel erwarten. Die Silberpagode mit dem Smaragdbuddha stellt hier das Highlight. Wer sich mit der wunden Vergangenheit des Landes auseinandersetzen möchte, sollte die Killing Fields, ein etwas makaberen Denkmal an die Massenhinrichtung unter der Roten Khmer Herrschaft mit Türmen aus Schädelknochen, etwas außerhalb der Stadt gelegen, besuchen.
Das größte Spektakel in dieser Stadt ist aber der Verkehr, der stets allgegenwärtig ist. Wer bremst verliert und am besten tut man mit der Hand auf der Hupe. Zu Fuß kommt man nicht weit, da einem die Tuk-Tuks sowieso nicht aus den Augen lassen bis man endlich mitfährt. Hauptverkehrsmittel ist aber unbestritten das Moped, das sich am besten mit Mundschutz fahren lässt.

Kambodschaner zählen wohl zu den am extrovertiertesten Asiaten, die schon mal anzügliche Gesten und Bemerkungen machen. Auch wenn es ums Geschäft geht, ist man hier deutlich offensiver vor als in anderen Ländern der Gegend. Gelacht wird viel und offensichtlich auch ausgiebig über uns, einfach mit einstimmen!
Zahlungsmittel Nummer ein ist hier der US Dollar, in Riel werden nur Beträge unter einem Dollar gezahlt, alles andere kann man sich in die Haare schmieren. Und auch bei der Grenzquerung von Laos aus ist es besser Dollar eingesteckt zu haben, da man einerseits den Grenzbeamten auf beiden Seiten je einen Dollar „Bearbeitungsgebühr“ in die Hand drücken muss und andererseits ist das Visum in Dollar, nämlich 20 davon, auch billiger als in jeder anderen Währung.
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